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Backofenprojekt 201805.09.2018

Die Ofenbauer des dritten Lehrjahres haben sich auf dem Gelände der Jugendinitiative Poggenhagen an einem Backofen versucht. Mit viel Unterstützung und Spaß ist ein Ofen entstanden, der sich sehen lassen kann.

Im Rahmen unserer Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer an der BBS3 kam bereits am Ende des ersten Lehrjahres dieses Projekt zur Sprache. Ein Mitschüler hatte als ehemaliges Mitglied den Kontakt hergestellt und die Planung begann. Nachdem in mehreren Gruppen drei unterschiedliche Ofenkonzepte geplant wurden, gingen diese an die Jugendinitiative und das ausgewählte Konzept wurde den Vorstellungen und Anforderungen angepasst. Es folgten Monate der Kontaktaufnahme und Planungen, welche in eine aufregende Bauphase mündeten.

Es geht los!

Am Donnerstag den 16.08.2018 ist es dann so weit. Um 8 Uhr morgens treffen sich die Schüler der SKH 3A (3. Ausbildungsjahr der Ofen- und Luftheizungsbauer) am Jugendhaus der Jugendinitiative in Poggenhagen. Nach einer netten Einweisung durch die stellvertretende Vorsitzende des Jugendvereins und Bestandsaufnahme der Werkzeuge wird der Backofen auf das vorhandene Fundament gezeichnet. Zeitgleich werden zwei Schüler abgestellt, um die erste Spende abzuholen. Firma Niermann lädt eine Palette Ziegelsteine mit einem Gabelstapler in den Transporter. Mit vielen fleißigen Händen werden die Steine vor Ort wieder ausgeladen und „Ofenhans“ bringt zehn Sack Putz- und Maurermörtel. Der Grundstein kann gesetzt werden.
Trotz etwas variablen Steinmaßen und kleineren Backblechen kommt das Projekt nur geringfügig ins Stocken. Kleine Planungsänderung, etwas andere Striche auf das Fundament und weiter geht’s. Das Tagesziel von fünf Steinreihen wird knapp verfehlt, das Fach für die Backbleche hält auf, dennoch gehen alle um 17:40 Uhr zufrieden in den Feierabend. Ein guter Start!

Tag Zwei, Freitag der 17.08.2018.

Bedingt durch die Spende von der Hagos und Silca beginnt der Tag bereits um 7:30 Uhr. Der Fahrer der Hagos scheint etwas wacher und besser gelaunt als der Rest, dennoch werden Steinwolle, Silca und Yton zügig verstaut. Noch während der LKW der Hagos entladen wird kommt die Spende von den Wolfshöher Tonwerken an, durch die Hagos organisiert, eine Expresslieferung mit Schamotte. Die Pausen werden unterbrochen und für kurze Zeit ist alles auf den Beinen. Nachdem alle Materialien verstaut sind wird geklinkert was das Zeug hält. Der Mörtel geht zur Neige und zu den ursprünglich acht Sack werden noch weitere fünf gekauft. Das Motto vom Donnerstag „das gleichen wir in der nächsten Schicht aus“ fordert seinen Tribut und das Tagesziel bleibt wieder unerreicht, jedoch nähert man sich an.
Langsam zerstreuen sich die Schüler so, dass um 14.30 Uhr der Letzte in den Feierabend geht.

Das Wochenende bleibt für die meisten arbeitsfrei. Etwas Material und einige Werkzeuge werden noch besorgt und am Sonntag schlagen einige Schüler ihre Zelte auf dem Gelände der Jugendinitiative auf. Wer früh genug angereist ist, nutzt das letzte Licht des Sonntags noch, um den Sockel fertig zu mauern, danach wird gescherzt und zusammengesessen. Auf eine erfolgreiche Woche!

Montag den 21.03.2018.

Der dritte Tag beginnt wie das, was er ist, ein Montag. Die Schüler schälen sich schwerfällig aus ihren Zelten und die Motivation braucht etwas, um sich in die müden Köpfe einzuschleichen. Doch mit der Zeit und der Spende von Poll weicht der Montag dem Projekttag. Der doppelwandige Schornstein wird angeliefert und hilft das Eis zu brechen, es wird weiter gebaut. Leider fällt das Fehlen der Ofentür auf und ein Schüler macht sich auf den Weg sie zu holen. Er ahnt wohl nicht, dass er diesen Tag nichts anderes mehr tun wird, ohne sein Ziel wirklich zu erreichen. Während das Auto vom Hof rollt, wird schon wild umgeplant. Wie weit wird das Projekt gebremst; was kann gebaut werden, was nicht. Nach anfänglichem Frust und Zweifeln wird aber schnell klar, dass das Projekt vom Fehlen der Tür vorerst nur sehr wenig beeinflusst wird und es geht weiter.  Die Abdeckung des Sockels, die Abgrenzung der Backfläche, sowie die Backfläche selbst, die Unterkonstruktion des Gewölbes und die ersten Reihen des Gewölbes gehen nahtlos ineinander über. Um 18:30 Uhr stellt sich der Feierabend ein, doch von der Ofentür und ihrem Chauffeur ist noch nichts zu sehen. Erst weit nach Feierabend trifft dieser ein doch ohne die erhoffte Tür. Diese ist in der Firma eingeschlossen und der Schlüssel mit in den Urlaub gefahren. Eine schlechte Nachricht. Doch zu diskutieren ist diese erst am nächsten Tag.

Der vierte und vielleicht der letzte Tag?

Der 21.08.2018 beginnt mit einer Hiobsbotschaft. Die Tür ist bis Sonntag eingeschlossen, die Fertigstellung in der vorgesehen Zeit unmöglich. Doch wie weiter machen? Projekttage in die nächste Woche legen? Andere Tür basteln? Nach einigen Diskussionen und Telefonaten ist klar, dass es in die Verlängerung geht. Zwei Tage zusätzlich müssen reichen. 
Also, frisch ans Werk. Der Gewölbeteil, der am Vortag gebaut wurde, muss leider wieder abgebaut und erneuert werden. Die Außenfugen sind zu klein. Doch beim zweiten Versuch geht alles schneller und das Gewölbe wird bis zum Ende des Tages fertiggestellt. Zumindest das erste Mal, denn wieder fallen Mängel auf. Im hinteren Teil des Gewölbes geht das Fugenmaß nicht auf und bis zum Feierabend um 16.30 Uhr ist der betroffene Teil abgebaut.

Mittwoch 22.08.2018

Der fünfte Tag beginnt, wie so oft, mit den Sünden des Vortages. Der Gewölbeteil der wieder aufgebaut werden muss fordert etwas mehr Geschick und Schneidarbeiten als erhofft aber letztendlich wird er fertig. Der Überzug wird durch Stützen vorbereitet und das Gewölbe von hinten dichtgemauert, dann ist der Tag auch schon wieder zu Ende.

Donnerstag der 23.08.2018

Jetzt wird es spannend! Der Überzug ist vorbereitet und wird gebaut. Während dessen wird die Rückwand nochmal hintermauert mit den überschüssigen Steinen. Diese zusätzliche Speichermasse steht bereit, da gibt es ein Problem bei dem Zug. Wie bauen wir jetzt eigentlich die Absperrklappe ein? Mit in den Übergang zum Schornstein oder davor? Und wie wird die Klappe arretiert? Wieder wird beraten und diskutiert, bis die Lösung steht. Ein demontierbarer Griff zum Einstecken mit einem schweren Gewicht am Ende soll die Klappe auf der gewünschten Position halten. Die scheinbar leichte Lösung wird jedoch bis zum Ende des Tages nicht vollends fertig gestellt werden. Ein passendes Vierkantrohr ist schwer aufzutreiben, doch letztendlich findet es sich bis knapp vor Feierabend an. Diese Zeit der Organisation wird begleitet von fleißigen Händen, die die Seitenwände mit Porenbeton hochmauern während andere die Auflage für die Zunge vorbereiten. Unterbrochen werden diese Arbeiten nur von der örtlichen Presse. Fragen werden beantwortet und Fotos gemacht während alle weiter ihrer Arbeit nachgehen. Der Tag endet mit erreichten Zielen und gutem Gefühl. Der Zug ist weitestgehend fertig  die Grundsteine der Seiten- und Rückwand härten aus, ein guter Tag.

Freitag der 24.08.2018

Das Wochenende schon vor der Nase, fassen alle mit an. Der Überzug wird fertiggestellt und die Drosselklappe eingebaut. Während letzte Gedanken und Basteleien den Türgriff formen, wachsen die Außenwände weiter. Um 12 Uhr gehen alle in den Feierabend ohne zu ahnen, dass sie nächste Woche einen weiteren Rückschlag erleiden müssen.

27.08.2018 Tag Acht

Der Montag, den es eigentlich nicht geben sollte. Nicht nur, dass es der erste Tag der erzwungenen Verlängerung ist, er ist auch noch der Tag einer unbequemen Wahrheit. Der Mitschüler, welcher die Ofentür mitbringen sollte erscheint nicht und nach einigen vergeblichen Kontaktversuchen wird der Betrieb angerufen. Das Ergebnis: Der Chef, welcher die Tür angeblich gesponsert hat, weiß nichts von einer Tür und bei ihm eingeschlossen ist sie erst recht nicht. Die Tür existiert nicht! 
Der Projekttag und alle geplanten Ereignisse für den Tag werden abgesagt. Damit werden auch der Kuchen des vereinsinternen Bäckers und das geplante Grillen verschmäht. Ein Mitschüler dreht kurz vor Hannover wieder um, in der Hoffnung in der Heimat eine Tür organisieren zu können, der Rest der Schüler geht in den Unterricht. 
Am Ende des Tages wird eine Ofentür von Brunner gesponsert. Die Expresslieferung übernimmt hoffentlich die Hagos, so kann am Mittwoch weitergearbeitet werden.

Mittwoch der 29.08.2018

Der neunte Projekttag beginnt mit kleinen Arbeiten. Der Übergang zum doppelwandigen Schornstein wird vorbereitet und die Außenwände werden über den Zug hochgezogen.
Und dann ist es so weit, die Tür ist da. Die Palette hat die Ladebordwand kaum verlassen, da ist die Folie auch schon aufgeschnitten und… Der Türriegel ist kaputt.
Erstaunlicher Weise kommt kaum Frust auf. Der Verschluss ist austauschbar und „das war doch eigentlich schon klar, dass da was schief gehen musste“, kommt der Kommentar.  
Also auf geht’s! Die Tür wird betrachtet, das Konzept überdacht und letztendlich der Anschlussstein in die Frontwand eingebaut. Bis zum Ende des Tages steht die Frontwand fast komplett und der Donnerstag verspricht arbeitsreich zu werden. 

Donnerstag der 30.08.2018

Tag Zehn verspricht der vorletzte Tag zu werden. Die fordere Wand wird fertiggestellt, während die Arretierung des Klappengriffs montiert wird. Eine Gewindestange innerhalb eines Metallrohrs lässt sich herausziehen und hält so den Griff in der „offenen“ Position, zufallen tut die Klappe von selbst. Der Zug muss doch noch um eine vierte Schamotteplatte erhöht werden, damit schließlich die Hourdisplatten gestützt durch T-Eisen auf den Ofen gelegt werden können. Der Ofen ist zu und die Eckschutzschienen werden gesetzt. Für das Putzen finden sich schnell Freiwillige und der Endspurt beginnt. Der Tag endet wie der nächste beginnen wird, mit dem Glätter in der Hand und noch viel zu tun.

Der letzte Tag!

Freitag der 31.08.2018 beginnt mit viel Tatendrang und einem ambitionierten Ziel: Fertig werden. Auch wenn dieses Ziel vorerst nicht so ambitioniert wirkt. Die vier Seiten waren bereits am Vortag alle einmal verputzt worden. Das Problem ist nur, bei zwei von vier Seiten wurde Binder zugemischt, die Mischung wurde zu nass angerührt und kein Zement hinzugegeben. Dies und/oder der Porenbeton als Untergrund verhindern, dass der Putz auf der Wand hält. Nach vier Putzversuchen hält der Putz jedoch endlich. Die Decke wird verputzt und der Ofen ist fertig. 
Mit Erleichterung und Freude wird Brennmaterial besorgt und dass Gewölbegestell gründlich abgebrannt. Der Abgasklappengriff wird feierlich übergeben und es werden viele Fotos und Videos vom brennenden Ofen gemacht. Und auch wenn jeder etwas hat, das er beim nächsten Mal besser machen würde schwebt ein anderes Gefühl im Raum. Wir sind stolz auf unsere Arbeit!

Claudia Büttner



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